Über mich:

 

 

Einer überirdischen Begegnung und meinen beiden Töchtern verdanke ich, dass ich Kinder- und Jugendbücher schreibe. Eigentlich hatte ich das gar nicht vorgehabt. Ich hatte nur einen Adventskalender für die zwei bestücken wollen, aber mit was? Zu meinem Glück - und gerade noch rechtzeitig - erschien mir an einem sehr grauen Novembersonntagmorgen ein ENGEL. Er hieß Lametta-Sophie, trug eine lila Punkfrisur und stand eine Etage tiefer auf unserem Kaminofen, von wo er den Weihnachtsbaum neu dekorierte, weil der ihm nicht gefiel. Das dreiste Engelkind Lametta-Sophie wurde zur Hauptfigur von 24 Kapiteln Adventskalender, ich hatte einen Riesenspaß beim Schreiben - und ein Jahr später einen Verlag. 

Bis heute frage ich mich, wieso mir das mit dem Schreiben nicht schon früher eingefallen ist, denn als meine Kinder klein waren, erfand ich bei langen Strandspaziergängen regelmäßig wilde Geschichten, um sie bei Laune zu halten und nicht tragen zu müssen. Tragen musste ich ja schon das Strandgut, das Nordsee oder Elbe an Land spülen, damit ich seltsame Objekte daraus bauen kann. Zum Beispiel Engel mit Schwanen- oder Möwenfedern, mit Locken aus Metall oder mit rostigen Schlüsseln um den Bauch. Das nämlich ist meine zweite Lieblingsbeschäftigung: Sachen suchen am Strand à la Pippi Langstrumpf. Und wenn ich nicht sehr aufpasse, schleichen die sich hinterrücks an mir vorbei und mitten in meine Bücher hinein.

Was ich davor so gemacht habe?

Geboren bin ich 1958 in Darmstadt, einer Stadt mit viel zu wenig Wasser, dafür aber reichlich Wald. Seit dreißig Jahren lebe ich in Hamburg, acht Minuten mit dem Fahrrad zur Elbe, und möchte dort nicht mehr weg. In der Zeit dazwischen studierte ich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim, einem Städtchen in der Pfalz, wo der Hund begraben war (und ich mit ihm), sowie in Genf, London und Málaga. 

An einem Gymnasium in Grenoble unterrichtete ich ungefähr 37 Schüler und fünf Lehrer in Deutsch, war aber meistens auf zwei Brettern in den französischen Alpen unterwegs. Als Schlussredakteurin eines internationalen Modekatalogs durfte ich viele schöne Kleider anprobieren. Als Übersetzerin bei einem Chemieunternehmen ging ich fast in der Textwüste zwischen Acrylbearbeitungsverfahren und Stegdoppelplatten verloren. Als Werkredakteurin bei einer Haarkosmetikfirma verirrte ich mich in ziemlich haarige Geschichten. In der ästhetisch fragwürdigen Gesellschaft von Huxley, der englischen Bulldogge des Verlegers, schrieb ich Beiträge für ein nobles Lifestyle-Magazin. Und bei einer Hamburger PR-Agentur ertextete ich mir meine bisher einzige Auflagenmillion. 

P.S. Die Riesenwurzel oder den Wurzelriesen auf dem Foto musste ich übrigens liegen lassen. Passte einfach nicht in den Gelben Sack, den ich bei meinen Expeditionen ans Wasser immer dabei habe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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